Hajo Funke| Das Vermächtnis Yitzhak Rabins – für einen Neuanfang zwischen Israel und Palästina


Yitzhak Rabins

„Mit der Entschlossenheit, die Mauern einzureißen, und dem beharrlichen Willen, das Projekt des Friedens zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, kann eine völlig neue Form der Koexistenz im Nahen Osten geschaffen werden.“

( Leah Rabin)

Das Vermächtnis Yitzhak Rabins – für einen Neuanfang zwischen Israel und Palästina

Vor 20 Jahren, am 4. November 1995 ist der damalige Ministerpräsident Israels, Yitzhak Rabin von dem fundamentalistisch rechtsextremen Attentäter Igal Amir erschossen worden. Monatelang hat die Rechte Israels, unter anderem der jetzige Ministerpräsident, gegen die Politik der Aussöhnung mit den Palästinensern im Osloer Prozess agitiert. Noch heute sagt der gegenwärtige Ministerpräsident kein gutes Wort über Rabin.

Der hoch dekorierte Militär Rabin, keine Friedenstaube, hat als politisch Verantwortlicher in beeindruckender Weise erkannt, dass es zu einem Kompromiss mit den Palästinensern keine vernünftige Alternative gibt, will Israel auf Dauer in Sicherheit leben. Deswegen hat er sich zum von Clinton vermittelten Osloer Prozess, zusammen mit dem damaligen Repräsentanten der Palästinenser, Arafat bekannt. Beide haben dafür den Friedensnobelpreis erhalten.

Leah Rabin, eine in Königsberg geborene Emigrantin nach Palästina, hat, solange sie lebte, in ihren Erinnerungen an ihren Mann: Ich gehe weiter auf seinem Weg und ihren Besuchen in Berlin sein Vermächtnis für Frieden im Nahostkonflikt wach gehalten.

Was die Zehntausende, die mit Bill Clinton am letzten Wochenende in Tel Aviv an Rabin erinnert haben, wollen, ist nicht weniger als ein Neuanfang in den Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern. Ein Neuanfang – durch den Abbruch der Ausdehnung des Siedlungsbaus und durch die Einsicht, dass auch den letzten Gaza-Krieg beide Seiten provoziert haben. Ein Neuanfang in Israel, der von einer Überprüfung der bisherigen Politik der Zurückhaltung in Deutschland und Europa begleitet werden sollte – zugunsten aktiver Initiativen zur Regelung der Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern.

Hajo Funke

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