RNZ| Hetze geht immer


Die Entgleisungen bei Pegida sind Kalkül – Galgen und KZ-Vergleiche bringen Aufmerksamkeit

Von Martin Fischer

Dresden. An Beleidigungen fehlt es montagabends in Dresden nie. Der Goebbels-Vergleich, mit dem Lutz Bachmann nun wieder für Empörung gesorgt hat, nimmt sich sogar vergleichsweise harmlos aus. Und er wird folgenlos bleiben für den Pegida-Chef, der bereits wegen Volksverhetzung angeklagt ist. Das wird er auch erwartet haben, als er Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) als „schlimmsten geistigen Brandstifter“ seit dem NS-Propagandisten Joseph Goebbels und dem Chefkommentator des DDR-Fernsehens, Karl-Eduard von Schnitzler, bezeichnete.

Über Monate medial fast verschwunden, feiern die selbst ernannten Patrioten mit der Flüchtlingskrise ein Comeback in der Wahrnehmung. Schlagzeilen über mit Namen versehen Galgenstricke, provokante KZ-Reden oder eben der Vergleich Maas’ mit Hitlers Propagandachef helfen dabei.

Für den Extremismusforscher Hajo Funke passt das ins Bild, das er von Bachmann hat. „Ich halte ihn für absolut radikal, seit Anfang an“, sagt er und erinnert an Texte, in denen Bachmann Ausländer als „Viehzeug“, „Gelumpe“ und „Dreckspack“ bezeichnete und die nun der Staatsanwaltschaft als Grundlage der Anklage wegen Volksverhetzung dienen.

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