Welt| Kraft wettert gegen Seehofers Transitzonen-„Unsinn“


NRW-Ministerpräsidentin Kraft rechnet im Landtag mit der „heißen Luft“ ihres Kollegen aus Bayern ab und erteilt Transitzonen eine Absage. Der Berg der Asylanträge wachse weiter – ohne Besserung.

Hannelore Kraft (SPD) hatte sich lange zurückgehalten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin hatte in den vergangenen Monaten immer wieder die zu langsame Bearbeitung der Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beklagt und zusätzliche finanzielle Hilfe vom Bund für die Betreuung der Flüchtlinge gefordert. Als der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nun schlagzeilenträchtig damit anfing, eine Forderung nach der anderen zur Begrenzung der Flüchtlingszahl aufzustellen, vermied sie explizite Kritik.

Doch nun reicht es der Stellvertreterin von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. Im NRW-Landtag schickte Kraft scharfe Worte vom Rhein an die Isar und sprach sich vehement gegen Transitzonen aus. „Wir wollen nicht, dass Menschen in Haft genommen werden. Ich will, dass man mit den Menschen menschenwürdig umgeht“, betonte die Regierungschefin in Düsseldorf unter Applaus der Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen.

Der vorerst beigelegte Streit in der großen Koalition löste im bevölkerungsreichsten Bundesland einen bundespolitischen Stellvertreterkonflikt aus. Denn der Ministerpräsidentin sitzt Oppositionschef Armin Laschet gegenüber, der zugleich Stellvertreter von CDU-Chefin Angela Merkel ist.

weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: