Morgenpost| Die ungelösten Rätsel des NSU


Von Christian Unger

Vor vier Jahren wurde die Mordserie rechter Terroristen aufgedeckt. Viele Fragen sind offen

Berlin.  Es war ein Zufall, der die größte rechtsterroristische Terrorgruppe auffliegen ließ. Und es war Rentner Stutzke. Am Morgen des 4. November 2011 kam er aus dem Supermarkt in Eisenach, zwei Flaschen Wasser, Bananen, Brötchen in der Tüte, als er zwei Polizisten erzählte: Ja, er habe zwei Männer gesehen, wie sie Fahrräder in ein Wohnmobil luden und losdüsten. Dann wies der Mann den Beamten den Weg, den das Wohnmobil genommen hatte. Kurz darauf entdeckte eine Streife die Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

Vier Jahre ist das her: Böhnhardt und Mundlos sollen sich noch im Wohnmobil umgebracht haben, Beate Zschäpe sitzt vor Gericht in München. Dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund werden zehn Morde, Anschläge, Banküberfälle zur Last gelegt. Noch in diesem Jahr soll ein zweiter Untersuchungsausschuss im Bundestag seine Arbeit aufnehmen. Noch einmal, nachdem es bereits einen Ausschuss im Bundestag und mehrere in den Bundesländern gab, und 47 Maßnahmen für die Sicherheitsbehörden als Folge der NSU-Mordserie per Gesetz beschlossen wurden, werden nun Tausende Akten gewälzt und Zeugen befragt. Warum? Weil noch immer wichtige Fragen unbeantwortet sind.

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