Publikative| Führt Höcke die AfD ins rechtsextreme Spektrum?


Der Thüringer AfD-Fraktionschef Höcke sorgt seit Wochen für Schlagzeilen – zuletzt durch eine Rede, in der er „Reproduktionsstrategien“ von Menschen und Tierrassen in einen Zusammenhang brachte. Wissenschaftler der Uni Jena werfen nun die Frage auf, ob Höcke die AfD zu einer rechtsextremen Partei forme, die nach einem möglichen NPD-Verbot als Auffangbecken dienen könnte.

Von Patrick Gensing

Nicht jeder AfD-Demonstrant, nicht alle Wähler, nicht alle Mitglieder der Thüringer AfD und vielleicht nicht einmal die gesamte Fraktion im Thüringer Landtag seien pauschal als rechtsextremistisch zu kennzeichnen, schreiben drei Wissenschaftler Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dennoch werde das öffentliche Auftreten, Handeln und die Ideologie der AfD in Thüringen geprägt durch den gewählten Fraktionsvorsitzenden Höcke und von dessen Äußerungen. Distanzierungen vom völkischen Nationalismus Höckes seien aus der Fraktion bisher nicht bekannt, heißt es weiter.

Erst am Freitag hatte tagesschau.de eine Rede Höckes bei dem neurechten Think-Tank „Institut für Staatspolitik“ thematisiert. Darin hatte der AfD-Fraktionschef gesagt, dass Afrika eine andere „Reproduktionsstrategie“ als Europa verfolge. In Afrika herrsche die „r-Strategie“ im Gegensatz zu Europa, wo die „K-Strategie“ überwiege. Mit diesen Begriffen bezeichnen Biologen normalerweise Unterschiede bei der Fortpflanzungsstrategie von Lebewesen. Als „r-Strategen“ gelten Arten, die möglichst viele Nachkommen zeugen, damit wenigsten einige überleben. Im Gegensatz dazu sprechen Biologen bei Säugetieren, insbesondere bei Menschen, von der „K-Strategie“, bei der wenige Jungen zur Welt gebracht werden, um die sich die Eltern dann aber intensiv kümmern.

„Blanker Rassismus“

Experten warfen Höcke wegen dieser und weiteren Äußerungen „blanken Rassismus“ vor. Höcke sehe offenbar „einen Rassenkampf zwischen der afrikanischen Rasse und der europäischen Rasse“, so der Wissenschaftler Hajo Funke.

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