FAZ| Röwers Umsturzphantasien


Ein Umsturz in Deutschland, Schusswaffen gegen Flüchtlinge – Der Thüringer Verfassungsschutz prüft skurrile Aussagen seines früheren Präsidenten Helmut Roewer. Sogar dessen Beobachtung wird erwogen.

05.01.2016, von CLAUS PETER MÜLLER

Helmut Roewer, promovierter Jurist und Verfassungsschutzpräsident von Thüringen, als dort in den neunziger Jahren die rechtsextreme Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erwuchs und abtauchte, ist für manchen noch immer ein geschätzter Gesprächspartner.

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Etwa für Michael Friedrich Vogt, der sich im Internet als Journalist und Dokumentarfilmer vorstellt. Vogt hat nun ein Interview mit Roewer im Netzsender „Quer-Denken TV“ geführt. Der Moderator fragt Roewer, ob die politische Spitze Deutschlands mit ihrer Flüchtlingspolitik und der ungehinderten Einreise aus sicheren Drittstaaten den Rechtsstaat verletze, gar verlasse?

Ja, sogar mit beiden Füßen, antwortet Roewer.  Weiter spricht der frühere Verfassungsschutzchef von Gesetzesverletzungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik und schließlich gar von Strafvereitelung im Amt und einem Erdrutsch der Rechtsordnung. Jeder, der die Einreise von Flüchtlingen nicht verhindere, sei am Ende ein Schlepper.

Eine gute Stunde zieht sich das Gespräch hin, bevor Roewer einen apokalyptischen Ausblick für Deutschland gibt. Es werde eine „Bruchlinie“ geben, in dem Moment, wenn den Einsatzkräften der Befehl gegeben werde, gegen das eigene Volk vorzugehen. Roewer erläutert hier nicht den Zusammenhang, in dem das der Fall sein könnte.

 

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