TA| „Mein Volk, das ich liebe“: Die Höcke-Strategie


Der Vorsitzende der Thüringer AfD nutzt verbale Attacken in bislang ungekannter Schärfe als Teil des politischen Kalküls.

Björn Höcke weiß, was die Menschen, die vor ihm stehen, von ihm erwarten. Was sie hören wollen. Wenn Höcke den Vertretern der – im AfD-Sprech – „Altparteien“ vorwirft, „das deutsche Volk“ zugrunde zu richten, dann rufen sie ihm immer wieder entgegen: „Volksverräter!“, „Widerstand!“, „Lügenpresse!“, „Merkel muss weg!“. Seit Monaten geht das so. Wenn die Thüringer AfD zu ihren Demonstrationen in die Landeshauptstadt – oder jetzt nach Jena – ruft, kommen vor allem Menschen in den mittleren Jahren, um Höcke zu hören und Parolen zu skandieren. Je krasser seine Angriffe unter anderem gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel sind, desto größer der Widerhall aus der Menschenmenge.Dass Höcke auf der ersten AfD-Demonstration in Erfurt in diesem Jahr am vergangenen Mittwoch erneut verbal auf das Heftigste gegen Merkel ausgeteilt hat, haben die AfD-Anhängern deshalb nicht überraschend mit lauten, zufriedenen Rufen quittiert. Ein paar Meter vor der Bühne, auf der Höcke als letzter Redner des Abends sprach, hatten schon vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung mehrere Männer damit begonnen, ein Transparent hochzuhalten, auf dem stand: „Angela muss weg“. Das Transparent hatten ihre Macher auch mit Judensternen bemalt. Höcke hatte nicht nur gesagt, Deutschlandwerde „von Idioten“ regiert. Er hatte Merkel auch zu einer Irren erklärt: Sie habe ausweislich ihrer Flüchtlingspolitik den Verstand verloren und müsse in „einer Zwangsjacke“ aus dem Kanzleramt geführt werden.

 

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