tagesspiegel| Dunja Hayali im Porträt: Journalistin mit Migrationsvordergrund


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Dunja Hayali vom ZDF-„Donnerstalk“ und „Morgenmagazin“ ist die bekannteste Fernsehjournalistin mit Migrationshintergrund – und wird oft auf ihre Herkunft beschränkt. Ein Porträt.

Am Samstag ist Dunja Hayali mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet worden. In ihren Dankesworten plädierte sie auch für mehr Toleranz im Umgang mit widerstreitenden Meinungen und verurteilte den um sich greifenden Hass in der öffentlichen Debatte – auch jenen, der gegen den Journalismus gerichtet ist. Lesen Sie hier ein Porträt der Journalistin aus dem Dezember, das an Aktualität nichts eingebüßt hat.

Es gibt Zuschauer, die schreiben dem ZDF komische Fragen: „Haben Sie keine echten Deutschen mehr im Angebot?“, heißt es dann zum Beispiel. Vor allem wenn man früh morgens den öffentlich-rechtlichen Sender einschaltet, kann es vorkommen, dass man in wenige biodeutsche Gesichter schaut. Die Sprecherin der „heute“-Nachrichten heißt dann Pinar Tanrikolu. Die Moderatoren des Morgenmagazins sind Mitri Sirin und Dunja Hayali. Einigen Bürgern macht dieser Anblick Sorgen.

Dabei ist vor allem Dunja Hayali, die deutsche Journalistin mit irakischen Eltern, wohl das bekannteste deutsche Fernsehgesicht – mit Migrationshintergrund. Oder wie es Dunja Hayali umgedreht und etwas provokativ nennt „Migrationsvordergrund“. Man wird schnell auf eine Herkunft reduziert, die bei der journalistischen Arbeit meist keine Rolle spielt, manchmal sogar hilfreich sein kann. Dunja Hayali kann davon ein Lied singen.

 

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