NZZ| Aufstieg der AfD: Die Saat der Verunsicherung


Die Alternative für Deutschland stösst unter den Wählern auf viel Zustimmung. Die Flüchtlingskrise hilft ihr dabei. Das Parteiengefüge gerät durcheinander. Die etablierten Parteien scheinen ratlos.
  • von Markus Ackeret, Magdeburg

Der Domplatz zu Magdeburg böte eine imposante Kulisse für jede Demonstration. An diesem windigen Winterabend ist die Stimmung eher gespenstisch. Einige hundert Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) haben sich zu einer Kundgebung versammelt. Aus Protest bleibt der sonst beleuchtete Dom dunkel. Das politische Zeichen der Kirche ärgert die Demonstranten, aber irritiert sie nicht. Wahrscheinlich bestärkt es sie sogar in der Ansicht, von der politischen und gesellschaftlichen Elite an den Rand gedrückt zu werden. Die Manifestation der AfD bleibt überschaubar, jene der trötenden Gegendemonstranten hinter dem Absperrgitter der Polizei ist erbärmlich.

Wilde Theorien

Sogar Björn Höcke ist gekommen, Vorsitzender des thüringischen Landesverbands der AfD undAushängeschild der rechtsnationalen Strömung in der Partei. Im Spätherbst hatte er an gleicher Stelle mit Verweis auf Otto den Grossen Deutschlands tausendjährige Geschichte beschworen. Diesmal vermag er die Zuhörer nicht richtig mitzureissen. Wer den vom Blatt abgelesenen Reden der Lokal- und Regionalpolitiker auf der Bühne lauscht und die Stimmung der Zuhörer erfasst, könnte meinen, die AfD sei hier, in Sachsen-Anhalt, auf dem absteigenden Ast.

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