Blick| Wie viel AfD erträgt Deutschland?


Kommende Woche finden in drei deutschen Bundesländern Landtagswahlen statt. Umfragewerte zeigen: Die AfD wird dort wohl mehr als 10 Prozent der Stimmen holen. Doch wer ist die AfD überhaupt?

„Offen rassistisch“: Politologe Hajo Funke über die AfD

1. Was will die AfD?

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht der europäischen Währung, dem Euro, kritisch gegenüber. Vor dem Hintergrund der Griechenlandkrise verlangte die AfD 2014 die Auflösung des Euroraums und damit die Abschaffung des Euros. Die EU lehnt sie nicht ab – nur finanzielle Transfers innerhalb der EU und einen «zentralisierten Europastaat». Innenpolitisch fordert sie die Abschaffung des Fördergesetzes von erneuerbaren Energien, eine soziale Absicherung für Geringverdiener und eine restriktive Asylpolitik: Grenzen sollen geschlossen werden, nur noch hochqualifizierte Migranten dürfen ins Land.

2. Wer wählt die AfD?

Ursprünglich war die AfD ein Sammelbecken für Mittelständlern, die mit der EU-Politik, insbesondere der Griechenlandpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (61), unzufrieden waren. Bis Ende 2014 bestand ein grosser Teil der AfD-Mitglieder aus Lehrer und Professoren. So wie der AfD-Gründer Bernd Lucke (53), der hauptberuflich als Professor für Ökonomie an der Uni Hamburg tätig ist. Mit der Flüchtlingskrise wandelte sich die AfD: Sie habe die Partei «geradezu entfesselt», sagt der emeritierte Politik-Professor und Experte für Rechtsextremismus, Hajo Funke (71).

3. Warum ist die AfD im Moment so erfolgreich?

Am kommenden Sonntag wird in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Laut jüngsten Umfragen kommt die AfD dabei auf 10 Prozent, in Sachsen-Anhalt gar auf 19 Prozent. Den Aufstieg der AfD in Deutschland sieht Politologe Funke vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise. «Wie sich die AfD entwickelt, hängt vor allem davon ab, wie Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigt», sagt er. Soziale Unzufriedenheit und der Hass auf Flüchtlinge habe den Zulauf zur AfD verstärkt.

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