nd| Die rasende Regression


Deutsche Volksgesundheit, entstellte Leidenschaften und brauner Bodensatz: Die AfD, die diesen Sonntag in mehrere Landesparlamente einziehen wird, schickt sich an, die Moderne zu zerstören. Von Rainer Trampert

In der Geschichte ist nie etwas genau so wie damals. »Thüringer! Deutsche! 3000 Jahre Europa! 1000 Jahre Deutschland!« Björn Höcke (AfD) kann nicht gut reden, aber er bemüht sich, so zu wirken wie Nazi-Redner damals, als Deutsche noch Gebrüll für eine gute Rede hielten, und er will das Tausendjährige Reich unterbringen. Er lamentiert über die »deutsche Volksgesundheit«, pocht auf »germanische Wurzeln«, unterscheidet den »europäischen Platzhaltertyp«, der sich nicht so recht vermehrt, und den »afrikanischen Ausbreitungstyp«, denkt immer an die »Vergewaltigung der blonden Frau« und an die »Angstträume der blonden Frauen« und kommt auf »das drängendste Problem« zu sprechen, »dass Deutschland, dass Europa ihre Männlichkeit verloren haben. Nur wenn wir unsere Männlichkeit wieder entdecken, werden wir mannhaft.« Die doppelte Vermannung weist auf Defizite hin. Die AfD in Baden-Württemberg glaubt die Ursache der Potenzschwäche erkannt zu haben: Jungs gehen dort in Kindergärten und Schulen, die »auf Mädchen zugeschnitten sind …« und erfahren »eine strukturelle Benachteiligung«. Die AfD werde aber darauf achten, dass jedes Kind »sein biologisches Geschlecht« annimmt und in Familien wieder »starke Männer« einziehen. Schluss mit der »volkserzieherischen Überhöhung von nicht heterosexuellen Menschen«. Will die AfD Schwule und Lesben in Umerziehungslager stecken?

 

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