swr| Kontakte zu Rechtsradikalen in RP? AfD-Spitze im Saarland lässt Ämter ruhen


Die AfD gibt an, nicht mit der NPD zusammen zu arbeiten. Nun berichtet aber das Magazin „Stern“, dass die AfD-Spitze im Saarland den Kontakt zu pfälzischen Rechtsextremisten gesucht haben soll.

Dem „Stern“-Bericht zufolge standen der Saar-Landesvorsitzende der AfD Josef Dörr und sein Stellvertreter Lutz Hecker im vergangenen Herbst in engem Kontakt mit dem früheren stellvertretenden Vorsitzenden der rheinland-pfälzischen NPD, Sascha Wagner, sowie mit Ulrike Reinhardt. Wagner gehört inzwischen dem NPD-Landesverband Saarland an. Reinhardt ist Aktivistin der „Pfälzer Spaziergänger“, die gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren. Die Gruppe wird nach Einschätzung von Verfassungsschützern ebenfalls von der NPD dominiert.

Die Parteikommission prüft

Auf Drängen des Bundesvorstands lassen Dörr und Hecker ihre Ämter bis auf Weiteres ruhen, wie AfD-Landesvorstandsmitglied Rudolf Müller am Freitag mitteilte. Eine Parteikommission werde die Vorwürfe schnellstmöglich prüfen, sagte Dirk Driesang vom AfD-Bundesvorstand. Falls sich diese bestätigten, müssten Konsequenzen wie die Enthebung von Dörr und Hecker von ihren Ämtern gezogen werden. Es gehe nicht an, wenn hohe Parteifunktionäre Kontakt zu Rechtsextremen pflegten: „Wir dürfen unsere Glaubwürdigkeit nicht verlieren“, sagte Driesang.

Die parteiinterne Kommission hatte sich im vergangenen Jahr bereits mit Kontakten von Dörr zur ausländerfeindlichen Freien Bürger Union (FBU) befasst. Laut „Saarbrücker Zeitung“ wurde die Angelegenheit aber für erledigt betrachtet, nachdem der Saar-Landesvorstand eine Zusammenarbeit mit der FBU ausgeschlossen hatte.

weiterlesen

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: