BR| Anträge, Unterbrechungen und einige Fragen


Eigentlich sollten im NSU-Prozess Führungsfiguren aus der Rotlicht- und Unterweltszene vernommen werden. Doch dazu kam es nicht. Die Verteidigung des mutmaßlichen Terrorhelfers Wohlleben stoppte den Prozess bis zur kommenden Woche.

Eigentlich war heute ein Zeuge aus der Rotlicht- und Unterweltszene im NSU-Prozess geladen, der zum Thema Bewaffnung von Neonazis in Jena befragt werden sollte. Aber so weit kam es erst gar nicht. Denn schon kurz nach dem Start der Verhandlung am Morgen begann ein juristisches Hickhack. Grund: der Vorsitzende Richter Manfred Götzl hatte einige Anträge der Verteidigung Wohlleben abgelehnt. Die Anwälte des wegen Beihilfe zum Mord angeklagten Ralf Wohlleben hatten unter anderem die Einstellung des Verfahrens gegen ihren Mandanten sowie Einsicht in bestimmte Akten gefordert. Immer wieder kam es zu Unterbrechungen.

Schriftliche Fragen an Beate Zschäpe

Nach der Mittagspause wandte sich der Vorsitzende Richter direkt an die Hauptangeklagte: „An sie Frau Zschäpe habe ich noch einige Fragen.“ Daraufhin diktierte Richter Götzl Zschäpes Verteidigern neun Fragen.  Darunter zum Beispiel, ob der Mitangeklagte im NSU-Prozess Holger G. von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt über die Taten informiert worden war. Oder auch ob das Trio nach deren Untertauchen G. weiterhin getroffen hätten. Die unter anderem wegen der Mittäterschaft an 10 Morden angeklagte Zschäpe beantwortet die Fragen des Gerichts bisher nur schriftlich. Wann mit ihren Antworten zu rechnen ist, ist offen. Die Verhandlung wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

Quelle: BR

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