BR| Yozgat-Mord: Viele Fragenzeichen


Halit Yozgat war mutmaßlich das letzte Opfer der NSU-Morde. Auch zehn Jahre später ist das Verbrechen nicht aufgeklärt – und es fehlt die Antwort auf die Frage, welche Rolle der Verfassungsschutz gespielt hat.

Wer dabei war, wird es nicht vergessen. Am zweiten Oktober 2013 meldet sich Ayse Yozgat im NSU-Prozess zu Wort. Sie spricht türkisch, ein Dolmetscher übersetzt aber der Wucht ihrer Worte tut das keinen Abbruch. Die Mutter von Halit Yozgat appelliert an Beate Zschäpe, diese solle zur Aufklärung des Mordes beitragen. Denken sie immer an mich wenn sie sich ins Bett legen, wendet sich Ayse Yozgat an Zschäpe.

Immer noch Fragen offen

Denken Sie daran, dass ich nicht schlafen kann. Zschäpe starrt an die Wand, um Fassung bemüht, ihr Schweigen aber bricht sie nicht. Damals zumindest. Mittlerweile hat Beate Zschäpe Angaben gemacht, im Fall Yozgat aber sind weiter Fragen offen. Der Hamburger Anwalt Alexander Kienzle vertritt die Eltern von Halit Yozgat als Nebenkläger im Prozess.

„Der Mord Yozgat ist soweit aufgeklärt, wie er in der Anklage des Generalbundesanwalts ne Rolle spielt, nämlich als dem NSU zuzuordnende Straftat.“

Alexander Kienzle, Nebenklageanwalt

Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen am 6. April 2006 Halit Yozgat in dessen Internetcafe in Kassel. Diese Annahme der Bundesanwaltschaft scheint nach 273. Verhandlungstagen bestätigt – vor Allem auf Basis des NSU-Bekennervideos, der Ceska-Pistole als Tatwaffe und anhand von Kartenmaterial, dass in der Wohnung des Trios gefunden wurde. Der Mordfall Yozgat hat in der Beweisaufnahme mehr Raum eingenommen, als alle anderen Morde, schildert Gerichtssprecherin Andrea Titz.

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