Deutschlandradio| „Die konsequente Opferperspektive ist sehr gut“


Mehmet Daimagüler im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

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Der zweite Teil der Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ zeige Szenen, wie sie seine Mandanten häufig gesehen hätten, sagt Mehmet Daimagüler. Der Anwalt, der im NSU-Prozess die Hinterbliebenen von Abdurrahim Özüdogru und Ismail Yasar vertritt, lobt die Verfilmung.

„Der Film kann auf einer sehr emotionalen Ebene ansprechen“, sagt Mehmet Daimagüler. Er zeige zum Beispiel, was die Verdächtigungen der Öffentlichkeit beziehungsweise der Ermittler in Opferfamilien anrichteten, wenn etwa die Kinder an der Integrität ihrer Väter zu zweifeln begonnen hätten.

Die Realität sei auf den Kopf gestellt worden

Szenen, wie sie die NSU-Opfer im Film erlebten, würden seine Mandanten auch in der Realität kennen. „Wir hatten immer wieder das gleiche Muster: Zum einen das Nicht-Akzeptieren der Polizei, dass migrantische Opfer wirklich Opfer waren“, sagt Daimagüler. Zeugenaussagen seien ignoriert worden, die Realität sei auf den Kopf gestellt worden, nur damit die Informationen in das vorgefasste Bild der Ermittler passten.

Mehmet Daimagüler  (dpa / picture alliance / Rainer Jensen)Mehmet Daimagüler (dpa / picture alliance / Rainer Jensen)Er hoffe, dass die Zuschauerzahlen beim zweiten Teil der Trilogie steigen. Seine Mandanten zumindest nähmen die Verfilmung „sehr lebhaft“ wahr, wie alles, was mit ihrer Geschichte zu tun habe.

Quelle: Deutschlandradio

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