tagesspiegel| Wusste der Verfassungsschutz von den Mordplänen?


Die NSU-Terroristen sollen in der Firma eines V-Manns gearbeitet haben – als die Polizei nach ihnen fahndete. Was wusste der Verfassungsschutz? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

VON UND
 
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist durch den „Welt“-Bericht in den Verdacht geraten, es könnte in den Jahren 2000 bis 2001 oder 2002 den Aufenthaltsort der untergetauchten Rechtsextremisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und damit auch ihrer Kumpanin Beate Zschäpe erfahren haben. Der ehemalige V-Mann Ralf Marschner, vom BfV als Quelle „Primus“ geführt, soll damals in seiner Zwickauer Baufirma Mundlos und womöglich auch Böhnhardt beschäftigt haben. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet außerdem, Zschäpe habe in einem „Laden“ Marschners gearbeitet. Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe waren 2000 von Chemnitz, wo sie sich nach ihrer Flucht aus Jena im Januar 1998 versteckt gehalten hatten, nach Zwickau „umgezogen“.

Sollte das BfV über den V-Mann „Primus“ gewusst haben, wo Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe von 2000 bis 2002 waren, wäre die Frage zwingend, warum die Behörde nicht die Polizei informierte und damit die Festnahme der drei Untergetauchten ermöglichte. Dass der Verfassungsschutz den Aufenthaltsort kannte, ist allerdings nicht belegt. Auch nicht, dass Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe für Marschner gearbeitet haben. Und ebenso wenig, dass Marscher, falls er die drei bei sich beschäftigt haben sollte, das seinen V-Mann-Führern berichtet hat.

Was ist neu an den Vorwürfen?

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