Sabah| Verfassungsschutz als NSU-Arbeitgeber?


Die Reaktion des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ist eine vertraute: „Nach unserer Erkenntnislage und nach den Auskünften der damals dafür zuständigen Mitarbeiter haben wir keine Anhaltspunkte dafür“, erklärte er einmal mehr Medien gegenüber auf die Frage, ob Personen, die als V-Leute im Bereich des Rechtsextremismus für den deutschen Inlandsgeheimdienst gearbeitet hatten, auch über den Aufenthaltsort des mutmaßlichen rechtsterroristischen NSU-Trios aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos oder sogar über deren Morde im Bilde gewesen wären.

Die Luft für diese Argumentation wird jedoch von Tag zu Tag dünner. So wurde jüngst von einem Investigativteam der „Welt“ um Stefan Aust aufgedeckt, dass der am 4. November 2011 unter zweifelhaften Umständen in einem Wohnmobil in Eisenach verstorbene Uwe Mundlos bereits während seiner Zeit im Untergrund in Zwickau in einem Unternehmen gearbeitet haben soll, das von einem V-Mann des Verfassungsschutzes geführt wurde. Das Team um den Mitautor des Kompendiums „Heimatschutz“ über die Verwicklungen zwischen dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ und Zuträgern des Verfassungsschutzes hatte in der ARD-Dokumentation „Der NSU-Komplex“ enthüllt, dass Mundlos in den Jahren 2000 bis 2002 unter einer Tarnidentität in einem Bauunternehmen in Zwickau eingesetzt worden wäre, dessen Inhaber der Neonazi und V-Mann Marschner gewesen sei.

Damit nicht genug, tauchten nun wenig später zusätzlich noch Anhaltspunkte dafür auf, dass auch die einzige Überlebende des Trios, Beate Zschäpe, in einem Laden gearbeitet haben soll, der vom gleichen Arbeitgeber betrieben wurde. Dies berichtet unter anderem N24 unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.

 

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