HNA| Zeuge im Sturm-18-Verfahren: „Ich hatte Todesangst“


Kassel. „Ich habe niemals gedacht, dass so tief gegraben wird. Ich komme mir langsam so vor, als ob ich etwas ganz Schlimmes gemacht habe.“ Das sagte keiner der sechs Angeklagten, sondern der Hauptbelastungszeuge.

Und zwar nach einem mehrstündigen Vernehmungsmarathon am Freitagnachmittag vor der Fünften Strafkammer des Kasseler Landgerichts.

Der 46-jährige Mann behauptet, im April vor einem Jahr von mehreren Mitgliedern des mittlerweile verbotenen rechtsextremen Vereins „Sturm 18 Cassel“ eine Woche lang in einer Wohnung festgehalten und körperlich misshandelt worden zu sein.

Um das Erinnerungsvermögen des arbeitslosen Hauptbelastungszeugen, der sich selbst als Alkoholiker bezeichnet, scheint es allerdings nicht besonders gut bestellt zu sein. Der Vorsitzende Richter Jürgen Stanoschek musste ihm immer wieder vorhalten, was er bei der Polizei vor einem Jahr über die besagte Woche ausgesagt hat.

Der Mann schilderte, dass er am Mittwoch, 8. April 2015, mit zwei Frauen erst vor einem Markt in der Nordstadt und dann später in der Wohnung der einen Bekannten getrunken habe. Irgendwann seien die beiden Frauen, eine ist die 44-jährige Angeklagte, in Streit geraten und die eine habe die andere aus ihrer Wohnung werfen wollen.

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