SZ| Streit im NSU-Prozess: „Was wollen Sie schützen?“


  • Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sollen noch während ihrer Zeit im Untergrund für einen V-Mann des Verfassungsschutzes gearbeitet haben.
  • Vertreter der Nebenklage wollen ihn im NSU-Prozess deswegen als Zeugen vernehmen.
  • Doch die Bundesanwaltschaft hält das nach eigener Aussage für nicht notwendig.
Aus dem Gericht von Annette Ramelsberger

Schützt die Bundesanwaltschaft dunkle Machenschaften des Verfassungsschutzes? Will sie die Aufklärung der NSU-Morde verhindern? Solche Vorwürfe kamen am Mittwoch auf, am 277. Tag des NSU-Prozesses. Es sind die heftigsten seit langer Zeit.

Es geht darum, ob Beate Zschäpe in einem rechten Szeneladen ausgeholfen hat und ob Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einer Baufirma in Zwickau gearbeitet haben – als sie längst im Untergrund waren. Der Besitzer der Firma war ausgerechnet ein Neonazi, der gleichzeitig als V-Mann den Verfassungsschutz über die rechte Szene informierte. Dieser V-Mann namens „Primus“ ist durch neue Zeugen, die Mundlos und Böhnhardt auf dem Bau gesehen haben wollen, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Aber im NSU-Prozess in München soll der V-Mann gar nicht erst gehört werden. Die Bundesanwaltschaft hält das nicht für nötig.

 

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