HUFF| Der gefährliche Pakt der AfD mit Abtreibungsgegnern


Weniger Islam, mehr Überwachung, geschlossene Grenzen – zuletzt wurde viel geschrieben über die Pläne der AfD. Dabei ist ein Thema untergegangen, das der Partei mindestens genauso wichtig scheint wie der Kampf gegen Migration: Die Debatte um Abtreibungen.

Deutlich wird das in einem Entwurf des neuen Parteiprogramms der AfD, den das Recherchezentrum „Correctiv“ kürzlich veröffentlicht hat. Darin fordert die Partei eine „Gesetzeskorrektur“, sollte die Zahl der Abtreibungen nicht von alleine sinken. Mit anderen Worten: Abtreibungen sollen erschwert oder am besten ganz abgeschafft werden.

Die AfD sorgt sich um die „Fruchtbarkeitsraten“ der Frauen

Manche dürfte das wenig überraschen. Die Abtreibungs-Haltung der Partei scheint eine logische Fortführung ihrer traditionell konservativen Vorstellungen zum Thema Familie zu sein. Die Drei-Kind-Familie sollte zum Leitbild werden, hatte etwa die heutige Parteichefin Frauke Petry einmal gefordert. Der Hintergrund: Die AfD sorgt sich um die „Fruchtbarkeitsraten“ der weiblichen Bevölkerung – so formulierte es zumindest vor kurzem der Landesverband in Sachsen-Anhalt in seinem Wahlprogramm.

Doch dahinter steckt auch Methode, politisches Kalkül. Die AfD sucht sich bewusst Nischenthemen, die Empörungspotenzial haben. Petry weiß das nur zu gut. Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen im Jahr 2014 erklärte sie, die Bürger über strengere Abtreibungsregeln abstimmen lassen zu wollen. Ein Volksentscheid zur Abtreibung – das dürfte der Partei Sympathien bei vielen christlichen Wählern eingebracht haben.

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