mdr| Freitaler „Bürgerwehr“ offenbar mit Thüringer Neonazi-Szene vernetzt


Die Bundesanwaltschaft hat nicht lange gefackelt: Kaum hatte sie die Ermittlungen gegen die sogenannte „Bürgerwehr“ im sächsischen Freital aufgenommen, da klickten bereits die Handschellen. Am Dienstag hatte die GSG 9 in Freital fünf mutmaßliche Rechtsterroristen festgenommen. Die Verhafteten sind offenbar in der rechtsextremen Szene Mitteldeutschlands bestens verdrahtet – weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus.

von Sebastian Hesse-Kastein, MDR INFO

Es waren zwar am Ende nur 200 Neonazis, die am Mittwochabend in Jena an dem provokanten Fackelzug teilnahmen. Aber die Initiatoren des Aufmarsches am symbolträchtigen 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, sind keine Unbekannten. Einer der Anmelder, der Thüringer Neonazi Robert K., unterhält enge Verbindungen zur rechten Szene in Freital.

Katharina König, Landtagsabgeordnete der Linkspartei und Obfrau im thüringer NSU-Untersuchungsausschuss, beobachtet schon länger die Verflechtungen in der rechten Szene: „Die Verbindungen zwischen Freital, Bürgerwehr, und Thüringer Neonazis sind sehr eng. Der Anmelder des Fackelmarsches in Jena gehört zum Umfeld dieser mutmaßlich rechtsterroristischen Gruppe in Freital. Und insofern frage ich mich schon: Inwieweit finden da Strukturermittlungsverfahren statt, die auch in Absprache mit Thüringen getroffen werden? Weil eben der Robert K. und auch andere Neonazis aus Thüringen in Freital selber mit dabei waren, mit dieser Bürgerwehr unterwegs waren. Und das nicht bei offiziell angemeldeten Demonstrationen, sondern bei intern beworbenen Veranstaltungen.“ Sprich: Sie waren über interne Kanäle der Szene eingeladen worden.

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