MAZ| Schützende Hand über V-Mann „Piatto“


Die beispiellose NSU-Mordserie hätte verhindert werden können. Doch Brandenburgs Verfassungsschutz stellte den Schutz seiner Quelle „Piatto“ über die Ermittlungen zu dem untergetauchten Neonazis – so sehen es Kritiker. Der Landtag soll die Zweifel jetzt aufklären. SPD, Linke, CDU und Grüne setzen einen Untersuchungsausschuss ein.

Das Treffen ist streng vertraulich, der Anlass denkbar brisant. Am 17. September 1998 kommt es im Potsdamer Innenministerium zu einer Zusammenkunft, über die nur wenig bekannt ist. Zu Gast sind Verfassungsschützer aus Thüringen und Sachsen. Die Brandenburger dringen auf Verschwiegenheit.

Es geht um die Informationen von Carsten Szczepanski alias „Piatto“, ihrer Top-Quelle in der rechtsextremen Szene. Der hatte einen Hinweis auf die Bewaffnung dreier „Skinheads“ aus Sachsen gegeben, die später, so sieht es der Generalbundesanwalt, als „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) das Land mit rechtsextremem Terror überziehen sollten: Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe.

„Piatto“ lieferte erste Spur zum späteren NSU-Terror

Doch anstatt die Spur weiterzuverfolgen, hatten die märkischen Verfassungsschützer vor allem den Schutz ihrer Quelle im Sinn. Die Kollegen in Thüringen wurden angewiesen, das dortige Landeskriminalamt „ohne Nennung der Herkunft der Information“ in Kenntnis zu setzen. Alles weitere liegt bis heute im Dunkeln.

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