RadioBremen| FPÖ und AfD: Rechtpopulisten bedrohen die Demokratie


Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Hajo Funke

Die Landtage werden immer bunter, so zum Beispiel in Sachsen-Anhalt mit der Kenia-Koalition. Natürlich würden Parteien dadurch weniger unterscheidbar, aber, sagt der Politikwissenschaftler Hajo Funke, das sei nicht wirklich gefährlich. „Die Gefahr liegt tiefer: Warum wählen die Menschen rechtspopulistische Parteien?“

Die Gründe sieht er in der sozialen Unzufriedenheit der Wähler, der fehlenden Glaubwürdigkeit etablierter Parteien und der massiven Mobilisierung von Ressentiments gegen Fremde. Funke glaubt nicht, dass die Rechtspopulisten demokratischer werden, wenn sie im Landtag sitzen. Dieser Glaube sei eine weitere große Gefahr.

Erfolgreich mit rechtem Slogan: „Österreich zuerst“

„Wir sehen das in Österreich, wenn die Rechtspopulisten alle Türen einrennen.“ Warum waren die Rechtspopulisten dort mit ihrem  Slogan „Österreich zuerst“ so erfolgreich?

Weil die FPÖ eine 30jährige Tradition hat, sich radikal für die eigenen Interessen, für die ethnozentrischen Volksinteressen gegen andere zu entwickeln.

Damit verliert die Demokratie eine wichtige Grundlage, sagt der Politikwissenschaftler, nämlich, alle Menschen gleich zu behandeln.

Arbeiter und arbeitslose Männer wählen eher rechts, weil sie damit ihren Frust und ihre Fremdenfeindlichkeit kanalisieren können. Die AfD und FPÖ geben dieser diffusen Angst Raum. Der Politikwissenschaftler fordert, dass die Gesellschaft dieser aggressiven Entgleisung klar entgegentritt.

Es muss eine sozial gute und vielfach bessere Politik da sein, die sagt: Wir nehmen euch ernst, nicht in eurer Aggressivität, aber in euren Sorgen.

Rechtspopulisten bedrohen die Demokratie, [4:51] (Beitrag hören)
Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Hajo Funke

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