RP| AfD-Chefin Petry sitzt nicht mehr sicher im Sattel


Die Vorsitzende will mit „roten Linien“ einen weiteren Rechtsschwenk verhindern. Selbst ihr engstes Führungsteam sät Zweifel an ihr. Von Gregor Mayntz und Eva Quadbeck

In der AfD ist bereits ein Machtkampf um die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres ausgebrochen. AfD-Vize Alexander Gauland arbeitet offen gegen Parteichefin Frauke Petry. Nachdem Co-Parteichef Jörg Meuthen eine Spitzenkandidatur für sich schon ausgeschlossen hat, wäre Petry als Parteichefin eigentlich am Zuge.

Gauland aber sagte der „Bild“-Zeitung: „Wer im nächsten Jahr unser Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl wird, ist noch völlig offen.“ Süffisant merkte er auch an, er gehe davon aus, dass diese Aufgabe übernehme, wer dann Parteichef ist. Diese Aussage muss Petry als Kampfansage auf ihre Position als AfD-Chefin verstehen.

Der Streit im Vorstand gärt im Grunde genommen schon so lange, wie die AfD existiert. Streit gibt es nicht nur um inhaltliche Fragen. Es geht auch um die grundsätzliche Ausrichtung der Partei. Während Gauland und die Europaabgeordnete Beatrix von Storch die Partei mit ihren Äußerungen immer weiter nach rechts rücken, steht Petry hier mittlerweile auf der Bremse. Sie will die AfD perspektivisch regierungsfähig machen – wenn sie dies auch noch nicht 2017 für möglich hält. „Nicht alles, was einer von uns sagt, ist mit dem anderen abgesprochen“, ließ Gauland in dieser Woche Petrys Ambitionen abtropfen.

 

weiterlesen

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: