DW| Zentralrat der Juden warnt vor der AfD


Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, hat der AfD vorgeworfen, mit ihrem Grundsatzprogramm den Boden des Grundgesetzes zu verlassen. Auch aus den Parteien kam harsche Kritik.

Josef Schuster hat vor der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland “ gewarnt. „Die programmatischen Beschlüsse der AfD vom Wochenende haben die religionsfeindliche Haltung dieser Partei glasklar deutlich gemacht“, erklärte der Präsident des Zentralrates der Juden am Abend in Berlin. Vor allem die gegen den Islam gerichteten Programm-Passagen zeigten die Intoleranz und Respektlosigkeit der Partei vor religiösen Minderheiten in Deutschland. Dies drücke sich auch in der Ablehnung des Schächtens aus.

„Die Beschlüsse der AfD stellen daher auch einen Angriff auf das Judentum in Deutschland dar, den wir nicht hinnehmen dürfen“, unterstrich Schuster. „Die Ausführungen im Parteiprogramm sind der durchsichtige Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und das friedliche Miteinander zu hintertreiben.“ Die Partei habe den Boden des Grundgesetzes verlassen.

„Wir gehören zum Feindbild“

Zuvor hatte er erklärt, die AfD und auch die Bewegung Pegida lehnten nicht nur Muslime, sondern auch andere Minderheiten ab und schürten Hass gegen sie. „Wir gehören ganz klar zum Feindbild der Rechtsextremen“, sagte Schuster am Vormittag bei einer Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau bei München. Schuster warnte zugleich davor, in Resignation zu verfallen. „Die Mehrheit der Gesellschaft verteidigt Werte wie Toleranz und Respekt.“ Sie stehe auch an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und stelle sich der deutschen Vergangenheit.

Kritik von den Parteien

 

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