otz|Bundesparteitag der AfD: Die brüchige Geschlossenheit einer Partei


Auf dem Parteitag in Stuttgart versucht sich die Partei, ihr erstes Programm zu geben. Doch der Samstag wurde von Streit um Formalien und die Auflösung des saarländischen Landesverbandes dominiert

Die Bühne ist blau erleuchtet, blau wie die Partei, die sich selbst zur „Alternative“ ernannt hat. Es tritt auf: Alexander Gauland, 75, vormaliger hessischer Staatskanzleichef der CDU, aktuell stellvertretender Bundesvorsitzender der AfD. Er ist für das Pathos zuständig.Es gehe, ruft er, an diesem Wochenende „um die Zukunft der Partei, um die ZukunftDeutschlands, um die Zukunft Europas“. Die Hoffnung von Millionen Wählern richte sich auf die AfD. Die 15 Prozent bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, die gut 12 Prozent in Rheinland-Pfalz und die mehr als 24 Prozent in Sachsen-Anhalt seien Erfolge gewesen, „die inzwischen den etablierten Parteien das Fürchten lehren. Gott sei Dank“. Dröhnender Applaus.

Grundsatzprogramm der AfD wird verhandelt

Tatsächlich hat an diesem Samstag ein Parteitag der Superlative in Stuttgart begonnen, zumindest für eine Organisation, die gerade einmal drei Jahre existiert. Mehr als 2000 Menschen – es sind überwiegend Männer mittleren und gesetzten Alters – haben sich in der Messehalle von Stuttgart versammelt. Das sind zehn Prozent der gesamten Mitgliedschaft. Zusätzlich sitzen Hunderte sogenannte Förderer, Gäste und Journalisten im Saal.Verhandelt wird das erste Grundsatzprogramm der AfD. Der Entwurf des Vorstandes schafft es auf 78 Seiten, dazu gibt es 1611 Seiten an Änderungsanträgen. Es ist alles dabei, was die Partei so als alternativ definiert, von der Rückabwicklung der Energiewende über die Abschaffung der Gender-Forschung bis zum Verbot von Minaretten.

 

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