Stimme| Deutschnationale Töne auf AfD-Parteitag: Protest schweißt zusammen


Die lautstarken Proteste ihrer Gegner haben vor allem einen Effekt: Sie schweißen die Mitglieder der AfD enger zusammen. Denn an inneren Widersprüchen und Rivalitäten herrscht in der Partei kein Mangel

Von unserem Korrespondenten Peter Reinhardt und dpa

Die AfD hat sich bei ihrem Bundesparteitag in Stuttgart klar als deutschnationale Kraft positioniert. „Wir Deutschen haben leider immer noch so unsere Probleme, uns als Patrioten zu sehen“, sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen am Samstag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt vor mehr als 2000 Mitgliedern der Alternative für Deutschland. Es sei aber trotz der finsteren Jahre des Nationalsozialismus falsch, sein Land nicht zu lieben.

Meuthen versuchte, die Risse zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei zu kitten, indem er die AfD als „freiheitliche“ konservative Partei des „gesunden Patriotismus“ bezeichnete. Die AfD wollte bei ihrem zweitägigen Parteitag ihren Kurs neu justieren und zumindest Teile eines Grundsatzprogramms beschließen. Die mit Spannung erwartete Debatte darüber begann allerdings wegen ausufernder Diskussionen zur Tagesordnung erst am späteren Nachmittag.

Weiter nach rechts

Seit ihrem letzten Mitgliederparteitag im Juli 2015 ist die AfD weiter nach rechts gerückt, vor allem bei den Themen Einwanderung, Asyl und Islam. Von Vertretern des rechtsnationalen Flügels war zuletzt Kritik an Co-Parteichefin Frauke Petry lautgeworden, die eine klare Abgrenzung nach rechts gefordert hatte. Der Parteitag fand auf dem Gelände der Stuttgarter Messe statt, wo am Morgen rund 1500 AfD-Gegner demonstrierten, darunter zahlreiche Linksautonome. Sie riefen „Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben“ und „Wir kriegen euch alle“.

 

weiterlesen

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: