Tagesspiegel| #AfD: Richtung Rechtsaußen


Die AfD tritt nach ihren Wahlerfolgen beim Parteitag selbstbewusst auf – und lässt spüren, welchen Kurs sie einschlagen will.

VON
 
Am Vorabend hatte Parteichef Jörg Meuthen noch „großes Kino“ angekündigt. Das wolle die AfD bei ihrem Programmparteitag in Stuttgart bieten. Bis aber über Minarettverbote, Nato-Austritt und Abschaffung der Erbschaftsteuer gestritten wird, ist es ein langer Weg. Zunächst einmal müssen die rund 2100 Parteimitglieder sich durch eine Demonstration von Linksautonomen kämpfen. Den Tagungsort auf dem Stuttgarter Messegelände hat die Polizei weiträumig abgesperrt. Mehrere hundert Demonstranten werden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Der Parteitag beginnt am Samstag deshalb mit einstündiger Verspätung. Es bleibt nicht das einzige Problem am ersten Tag des auf zwei Tage angesetzten Treffens: Kurzzeitig halten sich zu viele Personen in der Messehalle auf. Das Tagungspräsidium fordert Mitglieder und Pressevertreter deshalb auf, sich von Zeit zu Zeit „in der Lobby zu erfrischen“. Wirklich hartgesottene Parteimitglieder hält das nicht davon ab, immer wieder neue Anträge zu stellen. „Wir brauchen nicht zwei Tage, sondern zwei Wochen, wenn wir so weitermachen“, ruft einer am späten Nachmittag entnervt in das Saalmikrofon.

weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: