NDRinfo| Die AfD hat Abendland-Luft gewittert


Am jüngst beschlossenen Grundsatzprogramm der AfD gibt es breite Kritik, unter anderem vom Zentralrat der Juden, der Evangelischen Kirche in Deutschland und von den etablierten Parteien. Besonders der Anti-Islam-Kurs der Partei, der im Programm wörtlich mit dem Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ niedergeschrieben ist, sorgt für Empörung.

Der NDR Info Wochenkommentar „Die Meinung“ von Rainer Burchardt, Freier Autor

Welch eine selbstherrliche Anmaßung, welch eine intolerante Ablehnung einer ganzen Glaubensgemeinschaft, wie es sie in Deutschland zuletzt gegenüber dem Judentum gab. Die schlimmen Folgen sind bekannt. Jetzt also gehört der Islam nicht zu Deutschland. Angeblich. So jedenfalls will es die sogenannte Alternative für Deutschland (AfD). Diese glaubens- und damit menschenfeindliche Rattenfängerparole ist der Kernsatz ihres vom Parteitag mit einer überwältigenden Mehrheit beschlossenen, rassistisch geprägten Grundsatzprogramms. Da reicht nicht einmal mehr Fremdschämen, das muss hoffentlich einen breiten, intellektuellen politischen Widerstand bewirken. Das ist ein horrender Beleg für eine provozierende Geschichtsvergessenheit, wie es sie in Deutschland in dieser Ausformulierung jahrzehntelang nicht gegeben hat.

Eine Kaskade von Verboten

Und logischerweise hagelt es denn – im Grundsatzprogramm der AfD – eine Kaskade von Verboten: Keine Minarette, keine Muezzinrufe, wie es einer der Hauptsprecher, Alexander Gauland, fordert. Er hat zuvor auch schon einmal den verräterischen Begriff „Fremdkörper“ gebraucht, was er auf den Islam bezieht. Wer bei diesem Parteitag auch nur im Ansatz zum Differenzieren aufrief, erntete Hohn, Spott und verächtliches Gelächter der Versammlung.

 

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