TA| Drei Jahre NSU-Prozess und immer noch kein Ende absehbar


Erfurt. 280 Tage verhandelte bisher Deutschlands derzeit größter Terrorprozess. Beobachter erwarten am Ende Verurteilungen.

Diesen Freitag ist es drei Jahre her, dass am Oberlandesgericht München der NSU-Prozess begann. Und noch immer verhandelt der Staatsschutzsenat gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte wegen der Verbrechen der mutmaßlichen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). 280 Prozesstage absolvierte das Gericht bisher, hörte mehr als 300 Zeugen sowie Experten und Gutachter.War der Andrang an den ersten Prozesstagen riesig und das Medieninteresse weltweit, verfolgen das Verfahren heute noch ein gutes Dutzend Zeitungen, Onlinemedien sowie die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender. Die Zuschauertribüne ist zumeist zur Hälfte gefüllt.Kurzzeitig stockte den Prozessbeteiligten vorigen Oktober der Atem. Im dritten Verhandlungsjahr wurde ein Phantom-Mandat enttarnt. Mit einer Meral Keskin vertrat ein Rechtsanwalt aus Eschweiler eine angebliches Opfer des Kölner Nagelbombenanschlags von 2004, das gar nicht existierte.Beharrliches Nachfragen des Vorsitzenden Richters Manfred Götzl und sein konsequentes Vorladen jedes mutmaßlichen NSU-Opfers als Zeugen ließen diesen Schwindel platzen.Im Dezember, nach zweieinhalb Jahren intensiver Verhandlung und knapp 250 Prozesstagen, äußerte sich die Hauptangeklagte. Vorigen Sommer gestand der Senat ihr mit Mathias Grasel einen vierten Pflichtverteidiger zu. Der Münchner Anwalt Hermann Borchert agiert zudem als Wahlverteidiger.

 

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