Abendblatt|Wie eine parteilose Feministin die Hamburger AfD aufwühlt


Von Jens Meyer-Wellmann
In der Politik dreht sich nicht alles um die Gefühle eines Professors – es geht bekanntlich immer auch um die Partei.
Natürlich war wieder mal seine Frau schuld. Das glauben jedenfalls einige in der AfD. Schließlich habe die ja an einer linken Uni studiert und sei durch und durch liberal und, sagen wir es offen: womöglich sogar Feministin! Also habe Carola Groppe, Professorin für Erziehungswissenschaft, ihrem Gatten, dem Hamburger AfD-Fraktionschef Jörn Kruse, nach dem Stuttgarter Parteitag bestimmt erst einmal beigepult, wie schlimm das neue Grundsatzprogramm sei. Am Dienstag wurde der 67-jährige emeritierte Professor dann von einer Journalistin angerufen – und ließ einfach mal alles raus: Das AfD-Programm sei in puncto Islam, Klimawandel, Zuwanderung und Familienpolitik „unpräzise, unsinnig, töricht, unsäglich, vorgestrig und frauenfeindlich“, in Wahrheit „totaler Schwachsinn“, diktierte der AfD-Fraktionschef der „Welt“-Kollegin und resümierte: „Ich schäme mich dafür.“
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