inSüdthüringen| Abstimmungspanne vor Neonazi-Konzert / Peinliche Provinzposse


Polizei und Verfassungsschutz sind wegen des rechtsextremen Konzerts am Samstag in Hildburghausen mit etwa 3500 Besuchern in die Kritik geraten. Jetzt stellt sich heraus: Unterschiedliche Behörden erwarteten unterschiedlich viele Teilnehmer.

Von Sebastian Haak

Im Vorfeld des jüngsten rechtsextremen Konzertes in Hildburghausen hat es offenbar Abstimmungsprobleme zwischen Thüringer Sicherheitsbehörden gegeben: Die für den Einsatz zuständige Landespolizeiinspektion (LPI) Suhl ging von deutlich weniger Konzertbesuchern aus als unter anderem der Thüringer Verfassungsschutz. Nachdem die Veranstalter des Konzertes 1300 Teilnehmer angemeldet hätten, seien die Verantwortlichen der LPI Suhl nach der Erfahrung des Vorjahres davon ausgegangen, dass etwa 1500 bis 2000 Menschen das rechtsextreme Konzert besuchen würden, sagte ein Sprecher der Dienststelle am Montag unserer Zeitung. Er bestätigte damit entsprechende Berichte über die polizeiliche Erwartung zu den Teilnehmerzahlen vom Sonntag. Auch aus den Recherchen der Staatsschutz-Beamten der LPI Suhl lange vor dem Konzerttag habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass sich so viele Neonazis aus der gesamten Republik sowie unter anderem aus Frankreich, Polen und Österreich auf den Weg in den Süden Thüringens machen würden, sagte er.

Beim Thüringer Verfassungsschutz und im Thüringer Innenministerium allerdings gingen die Verantwortlichen von deutlich mehr Konzertbesuchern aus. „Im konkreten Fall belief sich die letzte Prognose des Verfassungsschutzes vom 4. Mai auf zirka 3000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag unserer Zeitung. In einer Pressemitteilung des Ressorts von Innenminister Holger Poppenhäger vom Montag hieß es zudem, die Polizei habe für das Konzert in Hildburghausen „mit rund 2500 bis 3000 Versammlungsteilnehmern gerechnet“. Ein weiterer Sprecher des Ministeriums sagte, dies sei die polizeiliche Planzahl gewesen, die in Erfurt vorlegen habe. Bei der Beurteilung von Einsatzlagen sollen die verschiedenen Sicherheitsbehörden ihre Informationen eigentlich austauschen und abstimmen.

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