tagesspiegel| Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte verdreifacht


Schon 2015 lag die Zahl der Angriffe auf Unterkünfte für Flüchtlinge sehr hoch. Im ersten Quartal 2016 war sie nun schon dreimal so hoch wie von Januar bis März des Vorjahres.

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Die hohe Zahl der Angriffe vom vergangenen Jahr auf Unterkünfte vonFlüchtlingen, insgesamt 1047, wird 2016 womöglich noch übertroffen. Das Bundesinnenministerium listet in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Ulla Jelpke und ihrer Linksfraktion 347 Attacken im ersten Quartal auf – das ist mehr als dreimal so viel wie von Januar bis März 2015 und das Zehnfache der Angriffe im gleichen Zeitraum 2014. Dabei sind die aktuellen Zahlen nur vorläufige. In den Angaben des Ministeriums fehlen zum Beispiel die Vorfälle vom Februar in Clausnitz und Bautzen. In Clausnitz hatte ein rassistischer Mob einen Bus mit Flüchtlingen blockiert, in Bautzen brannte ein Gebäude, in das Asylbewerber einziehen sollten. Anwohner klatschten Beifall.

Die meisten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, insgesamt 92, wurden im ersten Quartal in Nordrhein-Westfalen verübt. Es folgen Bayern mit 45 Delikten, Niedersachsen (40), Sachsen (39), Baden-Württemberg (33), Brandenburg und Sachsen-Anhalt (je 19), Mecklenburg-Vorpommern (14), Hessen (12), Berlin (8), Thüringen und Rheinland-Pfalz (je 7), Schleswig-Holstein (6), das Saarland (4) sowie Hamburg und Bremen mit je einer Straftat. Im Osten ist das sächsische Freital mit zehn Angriffen besonders belastet, im Westen ist es Köln mit sechs.

Als häufigstes Delikt nennt das Ministerium Sachbeschädigungen. Die Polizei stellte insgesamt 130 fest. Flüchtlingsfeinde verübten zudem 38 Brandstiftungen, 23 Körperverletzungen, zwei Mordversuche, einen versuchten Totschlag und eine Sprengstoffexplosion. Hinzu kommen viele Propagandadelikte.

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