FP| Flut zerstörte NSU-relevante Akte


Beim Geheimdienst in Köln schredderte man 2011 Akten zum „Nationalsozialistischen Untergrund“. In Chemnitz vernichtete vorher schon die Flut Akten.

Von Jens Eumann
erschienen am 11.05.2016

Chemnitz/Berlin. Bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz sind Akten verloren gegangen, die im Licht neuer Erkenntnisse Relevanz im Rechtsterrorismus-Komplex „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) erlangen. Seit sich Hinweise verdichten, dass die mutmaßlichen Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Zwickau Kontakt zum V-Mann „Primus“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz unterhielten, versuchen die Untersuchungsausschüsse von Bundes- und Sächsischem Landtag alle verfügbaren Informationen zu dem V-Mann mit dem Klarnamen Ralf Marschner zusammenzutragen.

Während sich das Bundesamt für Verfassungsschutz regelrecht querstellt, stießen die parlamentarischen Aufklärer bei der Chemnitzer Staatsanwaltschaft auf ein anderes Problem. Auf ihre Anfrage zu Marschners eigener Straf-Historie hob man bei der Behörde die Hände. 2010 habe das Hochwasser das Archiv im Keller geflutet. Dabei seien die Akten vernichtet worden. „Es ist schon seltsam, dass sich die reißenden Wasser gerade dieses Schriftstück ausgesucht haben“, sagte die Grünen-Abgeordnete im NSU-Bundestagsausschuss, Irene Mihalic, der Nachrichtenagentur DPA.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: