FAZ| Zschäpe beschuldigt Mitangeklagten


Im NSU-Prozess hat die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe ihren Komplizen Holger G. belastet. Er solle von den Banküberfällen gewusst haben, so Zschäpe, und auch eine Waffe beschafft haben.

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat im NSU-Prozess einen ihrer Mitangeklagten beschuldigt. Holger G. habe gewusst, „dass wir von Banküberfällen lebten“, ließ Zschäpe am Donnerstag ihren Vertrauensanwalt Hermann Borchert erklären. Ob G. über die Morde und Sprengstoffanschläge informiert war, könne sie nicht sagen. Sie habe ihm nichts davon erzählt, wisse aber nicht, ob er von ihren mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt davon erfuhr.

In der von Borchert verlesenen Aussage enthüllte Zschäpe auch, dass das NSU-Trio kurz nach seinem Abtauchen 1998 nur knapp einer Festnahme in Hannover entgangen sei. Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe Mittäterschaft bei allen Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ vor. Dazu gehören eine rassistisch motivierte Mordserie, die Ermordung einer Polizistin, zwei Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle. Holger G. hatte zu Beginn des Prozesses vor drei Jahren eingeräumt, er habe einmal eine Waffe zu Mundlos und Böhnhardt gebracht. Von ihren Verbrechen will er nichts gewusst haben.

 

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