Spiegel| Zschäpe-Aussage im NSU-Prozess: „Wir befürchteten, dass wir nun verhaftet würden“


Von Wiebke Ramm, München

Beate Zschäpe hat im NSU-Prozess weitere Antworten auf Fragen des Gerichts geliefert. Erstaunlich ist ihre Erzählung von einer Polizeikontrolle in Hannover.

Die mutmaßlichen NSU-Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wären Anfang 1998, noch vor dem ersten Mord, in Hannover fast aufgeflogen. So stellt es Zschäpe am Donnerstag im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München dar.

Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt seien damals in Hannover in einem Auto mit gestohlenem Kennzeichen in eine Polizeikontrolle geraten.

„In der Innenstadt von Hannover gerieten wir in eine Drogenkontrolle“, so trägt es Zschäpes Wahlverteidiger Hermann Borchert am 283. Verhandlungstag im Namen seiner Mandantin vor Gericht vor. Die drei mit Haftbefehl gesuchten Neonazis seien damals mit einem gestohlenen Autokennzeichen und einem falschen Ausweis unterwegs gewesen. Die Polizei hätte sie kontrolliert.

Mundlos hätte einen falschen Ausweis, den Ausweis eines Freundes, vorgezeigt. Auch ihr Autokennzeichen sei „per Computerabfrage überprüft“ worden, so Zschäpe. „Das Kennzeichen war gestohlen, und wir befürchteten, dass wir nun verhaftet würden. Das geschah jedoch nicht, und wir konnten unbehelligt weiterfahren“, lässt sie vor Gericht erklären.

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