Süddeutsche| Telefon von V-Mann „Corelli“ aufgetaucht – bei der fünften Durchsuchung


von Lutz Bucklitsch

Wenn man dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) glauben würde, dann könnte man nur noch Mitleid mit diesem Nachrichtendienst haben. Und es wäre nicht verwunderlich, wenn man wirklich fünf Mal einen Safe durchsucht, ohne ein Handy, was nicht größer ist als eine Packung Zigaretten, zu finden.Wahrscheinlich gab es einen doppelten Boden im Sicherheitsschrank des Bundesamtes.

Aber kein vernünftiger Mensch glaubt ja diesem Amt mittlerweile, weil jeder weiß, hier wird gelogen, betrogen und es mit der Wahrheit nicht so genau genommen. Ein Amtsleiter, dem dieses Tricksen und Täuschen, Lügen und Betrügen von Abgeordneten mit einer Leichtigkeit über die Lippen bzw. von der Hand geht, das man sich fragt, was soll man einem solchen Mann überhaupt glauben.

Das Problem in der Bundesrepublik Deutschland ist nun leider ein ganz anderes. Es gibt keine wirklich Kontrolle dieser Nachrichtendienste. Die nach Gutsherrenart selbst entscheiden, wann und wem sie mal etwas mitteilen. Eine wirkliche Dienstaufsicht gibt es effektiv nicht. Eine Auskunftspflicht gegenüber der Kontrollkommission des Bundestages auch nicht.

Der in der Bundesregierung zuständige Mitarbeiter,  Klaus-Dieter Fritsche – KDF – ist ein blühender Verfechter der Verschweigens. Das ist auch der Hauptgrund, wieso die Taten des NSU nie aufgeklärt werden, weil es Menschen wie KDF und Hans-Georg Maassen gibt, die dafür Sorge tragen, das dieses Geheimnis staatlicher Mittäterschaft niemals gelüftet wird.

Abgeordnete müssen sich wie kleine, dumme Schuljungen von Mitarbeitern des BfV behandeln lassen. Diese haben ja in diesem Land Narrendfreiheit.

Süddeutsche

Von Lena Kampf und Hans Leyendecker

  • Der V-Mann „Corelli“ lieferte fast 20 Jahre lang Berichte über die rechtsradikale Szene, bis heute wird spekuliert, ob er Kontakt zu den NSU-Terroristen gehabt haben könnte.
  • Nun ist ein bislang unbekanntes Mobiltelefon des V-Mannes aufgetaucht.
  • Niemand will die Brisanz dieses Fundes bemerkt haben, den Abgeordneten des Kontrollgremiums wurde darüber nichts mitgeteilt.

Der Mann, den sie beim Verfassungsschutz „Corelli“ nannten, war in der Szene eine Berühmtheit. Fast zwanzig Jahre lang lieferte er Berichte über die rechtsradikale Szene, und bis heute gibt es die Spekulation, dass Corelli, der im bürgerlichen Leben Thomas Richter hieß, Kontakt zu den NSU-Terroristen gehabt haben könnte. Als er vor zwei Jahren im Alter von 39Jahren starb, gab es viel Geraune. Manche Fragen sind bis heute offengeblieben.

Jetzt gibt es in der Angelegenheit ganz neue Fragen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) informierte am Mittwoch den NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, dass ein bislang unbekanntes Mobiltelefon des V-Mannes aufgetaucht sei. Es soll in einem Panzerschrank der Kölner Behörde gelegen haben. „Privat beschafft“ soll auf dem Umschlag gestanden haben, in dem das Handy steckte.

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