tagesspiegel| Die AfD steht für den Rand der Stadt


Die AfD wird im September wohl ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen – dabei dachte man lange, Berlin sei eine linke Stadt. Ein Kommentar.

VON
 
Lange Zeit sah es so aus, als könne die AfD fast überall in Deutschland Fuß fassen, nur in der Hauptstadt nicht. „Die AfD passt nicht zu Berlin“, hatte der wenig später gestürzte SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß noch im Februar verkündet. Und wohl gehofft, dass das Problem mit Sätzen wie diesem erledigt wäre. Tatsächlich wirkte es lange so, als würden zwei Dinge nicht zusammengehören: das sich gerne weltoffen gebende Berlin, das ein permanenter Karneval der Kulturen zu sein scheint, und eine deutschtümelnde Protestpartei, die mit Ab- und Ausgrenzung punkten will.

Aber offenbar ist auch Berlin nicht immun gegen Rechtspopulismus. Mit einem deutlich zweistelligen Ergebnis wird die AfD im September wohl ins Abgeordnetenhaus einziehen, darauf deuten im Moment alle Umfragen hin. Dabei war der Berliner Landesverband für die Bundespartei lange ein Problemkind, agierte unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Erst mit dem Auftritt der neuen Landesvorsitzenden Beatrix von Storch hat sich das geändert. Aufmerksamkeit ist der auf Krawall gebürsteten EU-Abgeordneten spätestens seit ihrer Schießbefehl-Äußerung gewiss. Mit Berlin-Kompetenz probiert sie es erst gar nicht.

weiterlesen

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: