nd| Handy aus dem Panzerschrank


NSU-Untersuchungsausschuss entsetzt – V-Mann-Führer versteckte »Corellis« Mobiltelefon

Ein Handy ist gefunden worden. Zufällig. Es gehörte einem »Corelli«. Der Neonazi war eine Spitzenquelle des Verfassungsschutzes.
Im Durchschnitt hat jeder Deutsche 1,4 Handyverträge. Ein Mann namens Thomas Richter hatte angeblich neun. Oder doch nur sechs? So genau wissen das seine ehemaligen Arbeitgeber, die ihm die meisten Handys zur dienstlichen Nutzung überlassen haben, nicht. Thomas Richter selbst kann man nicht mehr befragen. Er verstarb 38-jährig im April 2014. Ursache: Zuckerschock.

Das alles wäre völlig unwichtig, würde es sich bei Thomas Richter nicht um einen V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutzes (BfV) handeln. Deckname: »Corelli«. Wie kein zweiter war der bundesweit und wohl auch über die Grenzen hinaus vernetzt in der rechtsextremistischen Szene. Das machte ihn interessant und suspekt bei der Aufklärung und Verfolgung von »Versäumnissen« der Geheimdienst- und Sicherheitsbehörden im Falle des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU).

Am Mittwochabend erfuhr der einschlägig ermittelnde Untersuchungsausschuss des Bundestages, dass plötzlich und unerwartet ein Richter-Privat-Handy aufgetaucht ist. Es steckte in einem Umschlag, der lag in einem Panzerschrank, der wurde genutzt von einem Herrn G. B., welcher Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutzes ist. Er sollte versetzt werden auf einen anderen Posten, deshalb sichtete man den Inhalt seines Tresors. Es war übrigens die fünfte derartige Kontrolle. Doch wer meint, das sei erst vor wenigen Tagen geschehen, der irrt. Gefunden hat man das Handy im vergangenen Sommer. »Schon« am 19. Oktober 2015 übergab man es hauseigenen Technikern zur Auswertung.

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