mdr| AfD-Abgeordneter bei Pegida“Er hat unserer Partei geschadet“


Der Auftritt eines AfD-Landtagsabgeordneten bei einer Demonstration der islamfeindlichen Pegida-Bewegung sorgt in der Partei für Streit. Mit Hans-Thomas Tillschneider, Landtagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt, ist am Montag erstmals ein AfD-Mann als Redner bei einer Pegida-Kundgebung aufgetreten. Tillschneider, der selbst Islamwissenschaftler ist, bedankte sich dort dafür, dass Pegida den Boden für eine neue Islampolitik der AfD geebnet habe. Zudem schlug er Pegida-Chef Lutz Bachmann für das Bundesverdienstkreuz vor. Bachmann war kürzlich vom Amtsgericht Dresden wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

„Bewusster Affront gegenüber sächsischer AfD“

Während sich Sachsen-Anhalts AfD-Landes- und Fraktionschef Andre Poggenburg mit dem  Auftritt seines Parteikollegen in Dresden bei „Spiegel Online“ zufrieden zeigte, kommt dagegen starke Kritik von AfD-Landeschefin und Bundessprecherin Frauke Petry. In einem Brief vom Mittwoch an die AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt nennt sie Tillschneiders Auftritt in Dresden einen „bewussten Affront gegenüber der sächsischen AfD“. Petry mokiert dabei vor allem, dass sie nicht informiert gewesen sei und dass es mit der Pegida-Bewegung in Dresden in der jüngsten der Vergangenheit eine „direkte Konkurrenzsituation“ gegeben habe. Als Beispiel führte sie die Oberbürgermeisterwahlen im Juni vorigen Jahres an. Damals war als Kandidatin für Pegida die frühere Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling ins Rennen gegangen und hatte im ersten Wahlgang 9,6 Prozent der Stimmen geholt, weit vor dem Dresdner AfD-Kandiaten Stefan Vogel mit 4,8 Prozent.

 

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