mdr| Wie nahe steht die AfD in Sachsen-Anhalt der Neuen Rechten?


In Eisleben trifft sich heute die AfD Sachsen-Anhalt zum Landesparteitag. Nach dem Einzug in den Landtag mit 24,2 Prozent soll ein neuer Landesvorstand gewählt werden. Umstritten ist, ob André Poggenburg dieses Amt wieder übernehmen soll. Doch das ist nicht die einzige Personalie, um die es heute geht. Der Parteitag soll über die Aufnahme der Publizistin Ellen Kositza beraten, die sich selbst zur Neuen Rechten zählt – ihren Mitgliedsantrag hatte der Bundesvorstand letztes Jahr noch abgelehnt.

von Vera Wolfskämpf, Korrespondentin

Ellen Kositza wohnt auf einem alten Rittergut in Schnellroda im Süden Sachsen-Anhalts mit ihrem Mann Götz Kubitschek. Er betreibt hier das Institut für Staatspolitik, eine Denkfabrik der Neuen Rechten. Für die institutseigene Zeitschrift „Sezession“ schreibt Ellen Kositza, vorher war sie auch für die Junge Freiheit tätig. Auf eine Interviewanfrage von MDR Aktuell hat sie nicht reagiert. Bereits vor zwei Jahren hat das Ehepaar einen Mitgliedsantrag an die AfD gestellt. Im Januar 2015 nahm der Kreisverband Halle-Saalekreis sie auf. Doch nachträglich legte der Bundesvorstand sein Veto ein – wegen ihrer deutlichen rechten Einstellung. Nun will zwar Kubitschek nicht mehr, aber Kositza weiterhin in die AfD. Wie damals tritt Landeschef André Poggenburg als Fürsprecher auf: „Die Frau Kositza war in keiner Organisation, in keiner Partei zuvor, die auf unserem Index steht. Das damals gesagt wurde, der Herr Kubitschek als Verleger sollte vielleicht nicht aufgenommen werden. Das war die eine Argumentation. Aber da die Ehefrau miteinzubeziehen, das hat dann doch das Geschmäckle von Sippenhaft gehabt und wurde in der Mitgliederschaft auch entsprechend negativ gesehen.“

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