ovb| Die AfD und ihre Facebook-Armee


Die AfD ist auf Facebook eine Macht. Die Partei verfügt über eine regelrechte Armee von Unterstützern und über Reichweiten, von denen SPD und Union nur träumen können. Und das weiß sie gekonnt einzusetzen.

Die AfD ist auf Facebook eine Macht. Die Partei verfügt über eine regelrechte Armee von Unterstützern und über Reichweiten, von denen SPD und Union nur träumen können. Und das weiß sie gekonnt einzusetzen.

von Til Huber und Sebastian Horsch

München – Man muss sich Herrn König als einen viel beschäftigten Menschen vorstellen. Früh morgens beginnt sein Arbeitstag. Kurze Lagebesprechung mit der AfD-Parteizentrale, dann legt der Mann in seinem Haus nahe Aschaffenburg los. Themen finden, zuspitzen, Botschaften setzen. König bearbeitet Bilder mit Photoshop, bastelt sie auf dem Computer mit Zitaten von AfD-Spitzenpolitikern zusammen, stellt sie ins Internet. Er sichtet Links und Kommentare, beurteilt sie, schaltet frei, löscht – unzählige an einem Tag.

Wenn es König mal zu viel wird, geht er kurz mit dem Hund. Dann geht es weiter. Der Tag endet manchmal erst nachts. Aber die Arbeit lohnt sich. König verwaltet den Schatz der Partei. Er ist Administrator der offiziellen AfD-Facebook-Seite.

Man kann derzeit nicht mit Herrn König sprechen. Die Partei will das nicht. In Wirklichkeit heißt er auch anders. Den Namen König hat dem Mann ein Journalist gegeben, der ihn besucht und beschrieben hat. Man konnte lesen, er sei Anfang Sechzig, sei früher mal Angestellter in einem Autohaus und ganz früher mal SPD-Mitglied gewesen. In der Parteizentrale heißt es, man habe „König“ inzwischen zwei Mitarbeiter zur Seite gestellt. Er mache das gut, man lasse ihm viel Freiheit.

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