tagesspiegel| Antisemitismus wird für die AfD zum Problem


AfD-Chef Jörg Meuthen droht seiner Stuttgarter Fraktion mit Rücktritt im Fall Gedeon. Das könnte am Ende seiner Ko-Chefin Frauke Petry nutzen.

VON
 
rauke Petry strahlte um die Wette mit Heinz-Christian Strache. Es herrschte schönstes Wetter am Freitag auf der Zugspitze – und so lieferte ihr „Gipfeltreffen“ mit dem Chef der österreichischen FPÖ genau das, was die AfD-Vorsitzende mit ihrer PR-Aktion beabsichtigt hatte: Bilder für die Medien, die zeigen sollen, wie Petry sich im Erfolg der österreichischen Rechtspopulisten sonnt.

In Berlin, im AfD-Bundesvorstand, gilt Petry hingegen als weitgehend isoliert. Just am Freitag berichtete die „Bild“ über ein Papier aus dem Vorstand, in dem es heißt, nicht abgestimmte „Einzelaktionen, die Eigenprofilierung Einzelner zu Lasten des Bundesvorstandes und mangelnde Koordination und Information“ müssten „unterbunden und abgestellt“ werden. Verfasser des Schreibens sind die Vorstandsmitglieder Georg Pazderski und Alice Weidel, Adressatin ist die Parteichefin.

Dennoch hatte Petry am Freitag noch einen zweiten Grund zum Strahlen. Das hat mit ihrem Ko-Vorsitzenden Jörg Meuthen zu tun. Auch das Verhältnis zu ihm gilt als zerrüttet. Der 54-Jährige hatte nach der für die AfD erfolgreichen Wahl in Baden-Württemberg einen Höhenflug erlebt, zum Verdruss Petrys. Der VWL-Professor und der mächtige ultrarechte Parteiflügel um den Thüringer Fraktionschef Björn Höcke hofierten sich daraufhin gegenseitig, zuletzt am vergangenen Wochenende vor der Kulisse des dortigen Kyffhäuserdenkmals.

weiterlesen

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: