Focus| Petry, Meuthen, Gauland: Wer führt die AfD wirklich? Und wohin?


von FOCUS-Korrespondent(Berlin) und FOCUS-Redakteur

Die große Koalition bangt um die Mehrheit, ihr Angstgegner sucht einen Plan. Die Boateng-Affäre zeigt: In der AfD-Spitze kämpft jeder nur für sich. Psychogramm einer zerrissenen Partei

Der AfD-Bundesvorstand hätte es gern geordneter. Wer einen Auftritt oder eine Äußerung zu einem heiklen Thema plant, soll vorher die anderen informieren. DerIslamgehört zu diesen sensiblen Punkten, Kontakte mit der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich auch. Fußball stand bisher nicht auf der Liste.

Das galt, bis Parteivize Alexander Gauland laut darüber nachdachte, ob Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng in den Augen „der Leute“ einen passablen Nachbarn abgäbe. Sofort fanden die spannendsten Gespräche der AfD-Spitzenleute mal wieder nicht bei den Telefonschalten des Vorstands statt, sondern zu zweit. Und meist geht es dabei um einen anderen Kollegen.

Geschlossenheit? Nein, danke!

Die Protagonisten der vielstimmigen Parteiführung pflegen nicht nur persönliche Animositäten, sie vertreten auch recht unterschiedliche Ansichten – von stramm rechts bis knallhart neoliberal. Eine klare Richtung fehlt, stattdessen bilden sich Lager mit fließenden Grenzen, aus denen mancher Selbstdarsteller auch gern mal ausbricht. Man mag das chaotisch finden oder gar als perfide Strategie deuten, weil alles gesagt werden kann, solange ein anderer das wieder einfängt.

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