Welt| NSU-ERMITTLUNGEN:“An einen natürlichen Tod glaube ich nicht“


Der V-Mann Thomas Richter berichtete fast 20 Jahre aus der Nazi-Szene. Dabei kam er dem NSU-Trio sehr nah. Nun werfen sein Leben und Sterben Fragen auf. Vor allem sein Bruder will Antworten.

Das letzte Mal sah Lothar Richter seinen jüngeren Bruder Thomas, den dasBundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Corelli nannte, im April 2014: „Das war im Bestattungsinstitut in Paderborn. Kurz bevor sie ihn eingeäschert haben. Eigentlich wollten sie ihn schon verbrennen“, erzählt Richter in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“.

Wenn es nach dem Bundesamt gegangen wäre, hätte er auch nie erfahren, dass sein Bruder in einer Wohnung in Paderborn gestorben war, die der Geheimdienst für ihn angemietet hatte. Obwohl Thomas Richter 18 Jahre für das BfV in der rechten Szene gespitzelt hatte und als Topquelle galt, war für ihn kein Heldenbegräbnis vorgesehen. Das BfV wollte ihn unter seinem Decknamen Thomas Dellig beerdigen lassen – das Grab wäre für die Familie und Außenstehende kaum mehr zu finden gewesen.

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