FAZ| Streit in der AfD-Führung: Es geht wieder los


Jörg Meuthen droht mit Rücktritt, Frauke Petry beklagt mangelnde Loyalität. In der AfD herrscht Misstrauen. Wie sich die Partei-Führung diesmal zerstreitet.

14.06.2016, von JUSTUS BENDER

Über die AfD-Vorsitzende Frauke Petry kursieren viele Anekdoten – und die meisten werden von jenen Mitgliedern erzählt, denen kein Faible für ihre Anführerin nachgesagt wird. Eine dieser Geschichten spielt am vergangenen Dienstag. Die Mitglieder des Bundesvorstandes hatten sich zu einer Telefonkonferenz eingewählt, als der AfD-Ko-Vorsitzende Jörg Meuthen sie um Hilfe bat.

Er brauche, sagte Meuthen, unterstützende Worte, um den AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon aus seiner Fraktion in Baden-Württemberg auszuschließen. Gedeon hatte Bücher mit antisemitischen Thesen veröffentlicht. Eigentlich handelte es sich also um eine Verfehlung, die – im Unterschied zu islamfeindlichen Thesen – auch in der AfD für Empörung sorgt.

Meuthen hat seinen Rücktritt angedroht

Für Meuthen geht es in der Sache um alles. Für den Fall, dass seine Fraktion ihm die Gefolgschaft verweigert, hat er seinen Rücktritt angedroht. Und ein Bundesvorsitzender, der als Fraktionsvorsitzender zurücktritt, könnte sich wohl auch im Parteiamt nicht mehr lange halten. Das wissen natürlich alle. Auch Petry, die sich zu Wort meldete. Laut Teilnehmern soll sie geraten haben, über solche Fragen nicht am Telefon, sondern in einer Präsenzsitzung zu entscheiden. Nach dem Motto: Von Angesicht zu Angesicht spricht es sich besser.

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