SZ| Alternativen zu Petry


Die Spitze der Partei steht vor einem neuen Machtkampf: Die Gegner der Parteichefin wollen eine frühe Nominierung von Frauke Petry zur Spitzenkandidatin für den Bundestagswahlkampf verhindern.

Von Jens Schneider, Berlin
Die Spitze der AfD steht vor einem neuen Machtkampf, in dem die herausgehobene Stellung der Vorsitzenden Frauke Petry infrage gestellt werden soll. Führende Mitglieder der Parteispitze wollen dem Vernehmen nach verhindern, dass Petry vorzeitig zur Spitzenkandidatin der AfD für die kommende Bundestagswahl ausgerufen wird. Sie sehen Petry demnach als ungeeignet für diese Führungsrolle an und wollen ihren Einfluss in der Partei begrenzen. Allerdings scheuen sie einen offenen Konflikt und wollen eine weitere Spaltung der AfD vermeiden, die es im vergangenen Jahr nach dem Austritt des AfD-Gründers Bernd Lucke gegeben hatte.
Offenbar sollen stattdessen zunächst andere mögliche Kandidaten für die Spitzenkandidatur gefördert werden. Als ein möglicher Bewerber gilt der stellvertretende Parteichef Alexander Gauland, der seit einiger Zeit durch kritische Distanz zu Petry auffällt. Gauland wollte sich zu dieser Frage am Donnerstag nicht äußern. Das Verhältnis zwischen Petry und einem großen Teil des AfD-Vorstands gilt als gestört und in Einzelfällen gar als zerrüttet. Die Zusammenarbeit zwischen ihr und dem gleichberechtigten Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen ist laut den Angaben aus Vorstandskreisen von Misstrauen geprägt. Meuthen hat allerdings bereits klargestellt, dass er nicht in den Bundestag will. Er ist Fraktionsvorsitzender der AfD in Baden-Württemberg und hat angekündigt, die Fraktion für die volle Legislaturperiode führen zu wollen.
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