ZDF| AfD-Spitze plant Putsch: Raunen im Hintergrund


von Frank Buchwald

Die AfD-Führungsriege putscht gegen ihre Parteivorsitzende – und lädt, streng vertraulich, die Hauptstadtpresse ein. Ein seltsamer Abend.  Ist es ein Aufstand der Verärgerten oder nur ein Aufschrei von Verängstigten? Und dann spendet noch der Cafébetreiber seine Einnahmen. An Flüchtlinge.

Journalisten haben, man muss es leider sagen, kein besonders großes Talent zur Geheimniskrämerei. Das meiste, was wir hören oder erfahren, plaudern wir sofort wieder aus; schon deshalb, weil unsere Kollegen von der Konkurrenz es ja auch gehört haben könnten und am Ende vielleicht schneller sind. Das ist zwar nicht besonders vornehm, aber so funktioniert unser Geschäft nun mal. Streng gehütete Staatsgeheimnisse, etwa die Haarfarbe von Bundeskanzler Schröder, sind bei uns also nicht so gut aufgehoben.

Nicht weniger als „eine Bombe“ soll platzen

Politiker wissen das und wählen ihre Worte deshalb sehr sorgfältig, auch in vertraulichen Hintergrundgesprächen – „unter drei“, wie diese Klassifizierung im Hauptstadtjargon genannt wird.

 

Frank Buchwald

Frank Buchwald ist ZDF-Hauptstadtkorrespondent.
Quelle: ZDF

 

Dabei gilt die Verabredung, dass Journalisten die gewonnenen Informationen zwar als Grundlage für ihre Berichterstattung verwenden, aber nicht direkt aus den Gesprächen zitieren, schon gar nicht Äußerungen einzelner Politiker. Dafür wagen die sich dann auch mal ein Stück weit aus der Deckung.Solche Runden gehören zu den üblichen Frage-und-Antwort-Spielen in Berlin, man redet miteinander. Wenn aber die AfD-Spitze zu einem Hintergrund einlädt, noch dazu ohne Parteichefin Frauke Petry, dann lässt das aufhorchen. Wenn Tage vorher Gerüchte raunen, bei diesem Termin werde nicht weniger als „eine Bombe platzen“, macht einen das erst recht neugierig; die AfD geht mit ihren Parteichefs ja öfter mal hart ins Gericht.

 

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