swp| Parken wie Gauland


Er kämpft für Recht und Ordnung – nimmt es selbst damit aber nicht so genau: Alexander Gauland. Der AfD-Politiker ist als Verkehrsrowdy bekannt.

PETER GÄRTNER

Der blaue, stets blitzblank geputzte Jaguar ist inzwischen stadtbekannt, jedenfalls bei der Potsdamer Polizei. Er steht für notorisches Falschparken in Landtagsnähe und häufige Geschwindigkeitsübertretungen. Auch Radfahrer können sich an unangenehme Begegnungen mit dieser britischen Luxuslimousine erinnern. Hinter dem Steuer sitzt ein älterer Herr, der sich selbst als hartnäckiger Kämpfer für Recht und Ordnung versteht. Alexander Gauland legt Verkehrsregeln allerdings etwas anders aus als beispielsweise das Asylrecht. Parkverbote findet er „lässlich“, die könne man auch brechen. Tempolimits seien für ihn zu unübersichtlich, vor allem wenn alle paar Meter ein neues Tempo gelte. Der 75-Jährige nannte sie kürzlich sogar „dummes Zeug“. Und Verkehrspolizisten, die mit „diesem komischen Blitzgerät“ herumstehen, sind für den AfD-Politiker „Knallchargen“.

Mit solchen und anderen abfälligen Bemerkungen hat sich Gauland bei der Brandenburger Polizei wenig Freunde gemacht. Denn inzwischen wurde bekannt, dass in den vergangenen Monaten insgesamt 54 so genannte Knöllchen an der Windschutzscheibe des Jaguars klemmten und er in dieser Zeit zwei Mal für vier Wochen auch noch seinen Führerschein wegen überhöhter Geschwindigkeit abgeben musste. Das sei in Baden-Württemberg im Wahlkampf geschehen, erklärte der Politiker, da habe man es eilig.

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