taz| Faule Fahndung


Der umstrittene Ex-Spitzel Ralf Marschner wird gesucht. Dabei ist sein Aufenthaltsort bekannt. Das bringt die Sicherheitsbehörden in Erklärungsnot.

Geradezu notorisch geriet Ralf Marschner mit dem Gesetz in Konflikt. Mehr als 40 Straftaten listet die Polizei in ihren Dateien zu der einstigen Zwickauer Neonazigröße: Diebstahl, Körperverletzung, Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen oder Landfriedensbruch. Nun bestätigte die Staatsanwaltschaft Chemnitz der taz: Bis heute gibt es einen offenen Haftbefehl gegen Marschner. Dabei macht dieser aus seinem Aufenthaltsort keinen Hehl.

Die Sache ist heikel, denn Marschner spielt derzeit im NSU-Komplex eine prominente Rolle. Ein Bauleiter behauptet, der Neonazi habe das NSU-Mitglied Uwe Mundlos in seiner Zwickauer Baufirma beschäftigt – in dessen Untergrundzeit. Und Beate Zschäpe soll laut einer Mitarbeiterin in einem Modeladen Marschners aufgetaucht sein. Brisant: Marschner war von 1992 bis 2002 unter dem Alias „Primus“ Top-Spitzel des Verfassungsschutzes.

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